VORTRÄGE, AKTIONEN, PROJEKTE
Was steht aktuell auf dem Programm? Speed: Ich biete laufend Vorträge und Workshops an, in denen an einem neuen Arbeitsbegriff, an einer veränderten Unternehmenskultur gearbeitet wird. Dabei geht es auch um die Folgen der künstlichen Intelligenz, auf den Arbeitsmarkt. Basierend auf meinen Forschungen zur system-kreativen Gesellschaft und zur Submergenz. Wie müssen sich Wertschöpfungsprozesse ändern, um nicht zu den Problemen dieser Zeit zu führen, wie Umweltzerstörung, Burnout, oder Innovationsverflachung? Warum muss gerade jetzt in der Krise mehr Freiheit an vorderster Stelle sein und die Entwicklung neuer Rollenbilder in der Arbeit? Was brauchen Ideen wie das Bedingungsloses Grundeinkommen, um im ökonomischen Kontext richtig verstanden zu werden? Wie muss sich die Ökonomie verändern, um eine dynamischere, integrativere, kreativere Wirtschaft zu ermöglichen? Das sind einige zentrale Fragen, über die ich spreche und die ich versuche in Workshops und längeren Projekten mit den Leuten zu erarbeiten. Menschen und Unternehmen, die den Zeitgeist erkennen und ernsthaft etwas anderes wollen, können mit mir gemeinsam an neuen Antworten arbeiten. Dafür stehen sehr viele Formate und Möglichkeiten bereit. Aktuell läuft mit “Working On” eines ihrer radikalsten Projekte. Worum geht es dabei? Seit ca. 10 Jahren lebe ich ein neues Rollenmodell einer anderen ArbeiterIn vor, die sich eben nicht anpasst, nicht für, sondern an Unternehmen arbeitet und dabei im Grunde für alles Zuständigkeit entwickelt. Ich mische mich in Unternehmen ein, dringe in Schmerzpunkte vor und verstehe “Arbeit” als die Arbeit an allem, was im breiten Beziehungskontext der erlebten Realität auftaucht. Eines der großen Probleme der Erwerbsarbeit, ist einerseits, dass diese bei ArbeitnehmerInnen und Arbeit- geberInnen zu Ignoranz, Betriebsblindheit und einer Verflachung der Wirtschafts- dynamik führt und andererseits die externe Energiezufuhr benötigt, um überhaupt stattzufinden. Das ist blanker Irrsinn, für das gesamte Ökosystem. Mir geht es darum die Arbeit wieder mit der “Primärökonomie”, wie ich sage, also mit dem Ökosystem als Ganzes in ein Verhältnis zu bringen. Das führt zu Veränderungen auf allen Ebenen. Themen wie das Grundeinkommen werden dadurch erst verständlich und Dinge wie Arbeitsverweigerung oder Selbstverwirklichung, die heute weitgehend verpönt sind, können als wichtige Grundbausteine erkannt werden. Was ich hier tue ist nicht nur sehr radikal, sondern erfordert sehr viel Mut, weil man den scheinbaren Anforderungen des nächst besten Jobs und des Arbeitsalltags ständig widerspricht. Um eben auf wichtigere Kontexte aufmerksam zu machen, um mit Regeln zu brechen, um neue Lebensräume zu erarbeiten. In der Vergangenheit hat dies dazu geführt, dass ich mehrmals pleite ging, weil Firmen mich aus Angst vor Veränderung ausgrenzten, oder direkt in die Armut trieben. Auf längere Sicht aber, ist dieser Weg das was die aktuellen ökonomischen Probleme in der Welt löst. Die radikale Selbstaufwertung der Armen und die Selbstbestimmung der ArbeiterIn, die endlich aufwacht und zur bewussten Mitgestalterin in der Gesellschaft wird. Besonders die radikale Beziehungsfähigkeit ist entscheidend. Ich verweigere mich ja nicht, sondern stelle komplexere Zusammenhänge in meiner Arbeit her, was neue Bedürfnisse weckt, was letztlich die Grundlage neuer Märkte ist. Die Vorgehensweise aber ist komplett anders. Statt sich einfach den Anforderungen anzupassen, stelle ich die Frage was ich gerade will. Der freie Wille erscheint in der klassischen Ökonomie verdächtig. Man möchte diesen zu kontrollierbaren Massenmärkten bündelt, damit das Vermögen zentral in die Hände weniger abfließt. Wenn man aber die Vielfalt durch Abweichung der ArbeiterIn erhöht somit auch die Bedürfnisse differenziert, entsteht eine viel höhere Beziehungs- dichte im System, die vielfältigere Austauschvorgänge erzeugt. Menschen fallen nicht raus, sondern es bildet sich eine dynamischere, kreativere, humanere Ökonomie, die aus breitere Lebenskontexten entsteht und darauf eingeht. Da kann Burnout nicht so leicht entstehen, oder ignorante Zerstörung der Umwelt. Meine Arbeit weitet den Blick der UnternehmerIn, für die breite Realität, in der ihr viel mehr Möglichkeiten offen stehen. Das alte Modell der Erwerbsarbeit lähmt die Ressourcen der Gesellschaft. Es ist Zeit, dass eine neue ArbeiterInnengeneration mit den alten Prinzipien der Industrialisierung bricht, die sowieso durch die Folgen der künstlichen Intelligenz bald aufgehoben werden. Es ist nicht mehr Fleiß, oder Druck, oder Leistung, die alles bewirkt, sondern das Leben in bewussteren Beziehungsstrukturen und offenen, kreativen, intelligenten Systemen, die sich flexibler einer größeren Vielfalt an Abweichung anpassen können. Eben diese neue Strukturen entwickle ich durch meine manchmal sicherlich provokative Arbeit. Warum führt diese, obwohl sie derart innovativ und wichtig ist, immer wieder zu erheblichen Konflikten mit Konzernen oder der Bundesregierung? Viele Unternehmen glauben ihre Verantwortung wäre damit getan, dass sie Steuern zahlen und Menschen beschäftigen. Sie haften alten Wertvorstellungen an, wie jene der Leistungsträgerschaft, oder billigen Erfolgsmythen, also der Vorstellung man sei richtig, weil man Erfolg hat. Der Erfolg ist aber auch immer eine systemische Lähmung, weil dieser dazu führt, dass man Beziehungen zur Welt, besonders die schmerzhaften abbaut und sich gewissermaßen vom vielfältigen Leben freikauft. Wer Erfolg hat, kann machan was er will. Man hat es ja verdient. Man hat es ja vedient, die Gesellschaft und Umwelt zu zerstören, was man nicht erkennt, weil man durch den eigenen Wohlstand nicht mit den Problemfeldern in Berührung kommt. Wenn ein Unternehmen Erfolg hat, geht ein anderes zu Grunde. Ich fordere hier keinen Sozialismus, sondern schlicht ein tieferes Verständnis der Notwendigkeit vielfältiger Strukturen und von Scheiterungsprozessen, die in Deutschland immerzu hart bestraft werden. Stellt man wie ich, die Wertesysteme von großen Konzernen in Frage, ist die Antwort oft nicht Öffnung. Ein gewisses Maß an Provokation ist jedoch erforderlich, um eine kreative Krise zu bewirken, in der Bewegung entsteht. Diese Arbeit ist durchaus komplex. Es gibt Unternehmen die diese honorieren und solche, die es ablehnen. Es bleibt ein langer Prozess. Manchmal sehr herausfordernd. Die Bundesregierung ist leider komplett der alten Denke verhaftet. Besonders die SPD hat einen Arbeitsbegriff, der nur zu Problemen führt. Der Mythos vom hart arbeitenden Menschen ist längst überholt. Dies führt nur dazu, dass die Arbeiterschaft sich selbst abwertet und ihr Lohn noch weiter gedrückt wird. In gewisserweise ist das dumm und geradezu geisteskrank. Die SPD begreift Phänomene wie die Submergenz nicht und hat darum in ihrer Politik zur Verschlimmerung der Lage von ArbeiterInnen geführt. Die CDU ist nicht besser. Die künstliche Intelligenz erfordert eine komplett neue Frage nach dem Sinn von Arbeit im Kontext mit einem neue Realitätsbegriff und dem Zusammenwirken in einem lebendigen Ökosystem. Die Welt wird nicht mehr aus Produkten gebaut, sondern durch unterschiedliches Realitätserleben und selbstbestimmte Dynamik. Heute wird viel über die Notwendigkeit von mehr Kreativität und Innovationsfähigkeit gesprochen, aber in der Praxis kümmert sich kaum jemand darum. Ich tue es. Was sind die positiven Erfahrungen im “Working on” Projekt? Wenn man sich als neue ArbeiterIn den vielfältigen Beziehungen der selbst erlebten Realität stellt, also der Auswirkung auf Gesundheit und Familie, der Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung, oder die Frage nach dem was ich selbst will, kann, was meine wirklichen Bedürfnisse und Ziele sind, etwas was nicht leichtfertig zu beantworten ist, sondern einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit sich und der Welt folgen sollte, dann ist die Frage woran man arbeiten sollte eine ganz andere. Lebe ich das radikal, verändert sich alles. Würden mehr ArbeiterInnen aufstehen und sich zu diesen Beziehungen bekennen, käme dies dem Totalumbau der Wirtschaft gleich. Wir könnten uns demokratisch fragen, wo wir wachsen wollen und Arbeit gibt es in der Realität immer, weil diese ein lebendiges System ist. Der Arbeitsmarkt ist weitgehend tot und alternativlos. Der Knack- punkt ist das Wertesystem, welches die eine Tätigkeit aufwerten und die andere abwerten will, um auf diese Weise Wertschöpfung zu bündeln und die Märkte zu kontrollieren. Diese System erzeugt Neid gegenüber denen, die ihren Wert selbst bestimmen, weil man alles geopfert hat, um dem extern zugewiesenen Wert gerecht zu werden, durch Ausbildungen, Status usw… Es ist ein psychologisches, kein wirtschaftliches Problem. Natürlich gibt es Dinge, die wichtiger sind als Andere. Die Frage ist nur, ob dies auf der Ebene ganzer Märkte entschieden werden soll, oder im individuellen Erleben der Leute vor Ort. Unsere moderne Ökonomie wertet in zunehmend abstrakteren Kontexten auf und ab. Dadurch werden ganze Landstriche arbeitslos. Wenn aber das Individuum die Freiheit hat um lokal zu erkennen, dass ein Handeln wichtiger ist als ein anderes, entsteht eine viel realistischere Ökonomie und bisher ungesehene Problemfragen können erstmals direkt bearbeitet werden. Es ist nicht mehr wichtiger für den sinnlosen Job arbeiten zu gehen, während viel entscheidendere Dinge liegen bleiben, sondern man kann ein anderes Gleichgewicht herstellen. Mir geht es darum an dieser neuen “Form” zu arbeiten und sie in kreativen Prozessen sichtbar zu machen. Das kann auch bedeuten, dass man bewusst pleite geht, aber das richtige tut, was dann später ganze Märkte erweitert, weil die Gesellschaft mit der Frage konfrontiert wird, ob das Richtig ist, ob das hinnehmbar ist, dass jene bestraft werden, die Richtiges und Wichtiges tun, dafür aber nicht bezahlt werden, weil sie im Markt Konkurrenz von großen Wirtschaftsinteressen einiger weniger werden würden. Wir brauchen ein Bewusstsein, eine Offenheit für solche Prozesse. Natürlich ist Abschottung, Verweigerung, ein sich ignorant aus der Gemeinschaft zurückziehen ein Problem, wie es von vielen befürchtet wird, sollte man den Druck von der ArbeitnehmerIn nehmen. Aber selbst radikale Arbeitsverweigerung hat in der Praxis meist andere Hintergründe, ist oft der Versuch Integrität zurück zu erlangen und an sich selbst zu arbeiten, um sich anders einbringen zu können. Hier wird vieles missverstanden. Aktuell geht es darum Langzeitprojekte in Firmen, in Regionen anzustreben in denen diese neue “Form” sich zeigen kann. Das lässt sich nicht planen. Es passiert dadurch, dass einzelne Individuen abweichen und Teile davon vorleben, diese zur allgemeinen Diskussion stellen. Darum geht es im “Working on”. Woran arbeitest du? Was arbeitet in dir? Was muss sich bei den Firmen ändern? Umso reifer die Konfliktkultur, umso spannendere Entwicklungen lassen sich beobachten. Die Bereitschaft miteinander durch eine Krise zu gehen, um dann besser zu verstehen, ist wichtig. Insofern stehen viele ganz am Anfang, die Professionalität noch immer als Beziehungsverweigerung leben, um Distanz zu schaffen, Kontrolle und Abschottung. Diese Angst vor der erwachten, kreativen fordernden, innovierenden, ArbeiterIn ist unbegründet. Diese wird früher oder später sowieso kommen, sobald die Maschinen die fremdbestimmte Arbeit dominieren. Dafür aber braucht es eine Haltung, die jedem Menschen den Selbst- bestimmten Wert zubilligt, da gerade in der vielfältigen Abweichung ein intelligenteres, kreativeres System liegt, welches wie ein noch unverstandenes Ökosystem tatsächlich die Weltbevölkerung der Zukunft zu ernähren vermag, während die Industrialisierung daran kläglich gescheitert ist, da sie monotonisiert. Eine Welt- bevölkerung der gleichgeschalteten Dienstleister einer zunehmend zentralisierter werdenden Globalökonomie hat auf die Zukunft keine Antwort, sondern lebt vom Gestern. Sie ist strukturelle verblödet. Individualismus mit erhöhter Beziehungsdichte ist das was die Ökonomie in den kommenden Jahrhunderten vorantreiben könnte. Wir werden dann vielleicht über die Menschheit als hoch komplexes Lebewesen reden und uns darum kümmern, dass es noch komplexer, noch vielfältiger, noch freier wird, um die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu sichern, statt wie heute die Kosten für die Arbeit zu erhöhen, bei gleichzeitiger Verringerung der Gestaltungskraft des einzelnen Menschen. Es braucht andere ÖkonomInnen, die das Leben breiter betrachten. Die wenigsten haben heute Phänome wie Armut oder Submergenz wirklich versanden.
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ADRESSE Atelier Timothy Speed ℅ Osteroth Lindenstrasse 113 10969 Berlin
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Über 20 Jahre

Arbeit an

Gesellschaft

TIMOTHY SPEED Im organischen Fernsehen ist die Information vom Anspruch der statischen, sachlichen, objektiven Wahrheit befreit und es wird der Frage nachgegangen, wie Information als geistiges Ökosystem, als lebendiges Wissen optimal und nachhaltig gepflegt werden sollte, um dem Menschen in dessen Breite und Vielfalt gerecht zu werden.    
Timothy Speed wurde 1973 in Middlesbrough /England geboren. Speed ist kein Künstlername. Er ist irisch, britisch, österreichischer Abstammung. Vater Chef einer britischen Ölbohrinsel. Mutter Kellnerin aus Tirol. Er ist Künstler, Schriftsteller, Philosoph, Forscher und Publizist. 2016 entdeckte er das Phänomen der Submergenz und konnte erstmals ein tieferes Verständnis des Verlustes von Realität in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen entschlüsseln. In seiner Arbeit erforscht er die Beziehung zwischen dem einzigartigen Individuum, dem sein wahres Selbst suchenden Menschen und dessen Rolle in der Veränderung und Entwicklung von Systemen, Gesellschaften und Unternehmen. Seine Arbeit zeigt den Wert des individuellen Weges des Menschen für das größere System, in dem er lebt und arbeitet. In seiner Kapitalismuskritik dokumentiert Speed das ständige Erleben zwischen Anpassung und Freiheit. Diese Suche nennt Speed den "systemkreativen Ansatz". Die Fähigkeit des Menschen seine Welt um zu deuten und zu verändern, durch die Reise ins eigene Innere. Speed deutet dies als die Grundlage einer natürlichen Ordnung, auf der sich freiere und dynamischere Systeme begründen lassen. Stationen Timothy Speed verbrachte seine frühe Kindheit in England, dann später in Thiersee. Einem kleinen Tiroler Bergdorf. Seine erste Begegnung mit der großen Welt war ein zufälliges Zusammentreffen mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Speed war von ihrer kalten Ausstrahlung erschrocken und zugleich von ihrer Inszenierung der Macht fasziniert, wie er später über diese Begegnung schrieb. Seine Karriere begann mit einer künstlerischen Ausbildung im Film- und Medienbereich, bei dem bekannten Medienkünstler Richard Kriesche (erstes Kunstwerk im Weltall), an der Ortweinschule in Graz/Österreich. Speeds erste öffentliche Aktion fand 1990, mit 17 Jahren, vor dem Forum Stadtpark in Graz statt. Dem elitären Zentrum der österreichischen Literatur. Weil er drinnen nicht aus seinen Texten lesen durfte, las er drei Tage lang draußen vor dem Gebäude. Der österreichischen Dramatiker Wolfgang Bauer (Magic Afternoon) rief später Speeds Mutter an und bat sie den Jungen weiterhin künstlerisch zu fördern. Bauer war sein erster Kontakt mit der Kunstwelt und ein wichtiges Vorbild. Der Dichter H.C. Artmann bemerkte bereits damals "eine Magie" in Speeds Arbeiten, während einer Begegnung der beiden Künstler in Salzburg. Speed übernachtete in dieser Zeit oft in der Bibliothek des damals führenden Symbolforschers Hans Biedermann. Umgeben von den Büchern mit den Symbolen aus aller Welt, woran er sich später noch gerne erinnert. Dann zog Speed nach Wien. Eine Zeit lang arbeitete er dort als Krankenhausfotograf, fotografierte Obduktionen und Operationen. Darunter auch die Operation an der Olivia Pilhar, welche 1995 durch die Weltpresse ging und die Speed mit der Kamera im O.P. begleitete. In dieser Zeit studierte er die Probleme zwischen System, Mensch und Gesundheit. Er beendete dieses Projekt, als er durch die Kamera in die Augen eines toten Mädchens blicken musste und seine Hand zu zittern begann. Ein starker Einfluss in dieser Zeit war der Wiener Psychotherapeut Gerald Kreutzbruck, ein Schüler von Stanislav Grof, dem Begründer der Transpersonalen Psychologie in Amerika. Kreutzbruck führte Speed in die Welt der psychologischen Erforschung des Unterbewussten ein. Die nächste Station wurde Berlin, wo er seit 1997 immer wieder lebt. Mitte bis Ende der 90er Jahre entwickelte er sich zu einem viel beschäftigten Kreativen in der Medienbranche. Er war Sprecher auf großen Kreativ- Kongressen wie der "Typo" oder bei Universitäten, wie der UDK Berlin. 1997 gründete er die Underground- Trickfilmproduktion "cinemawork". Die erste professionelle Flashcomicproduktion in Deutschland, die für Fernsehen und Internet produzierte. Zeitweise arbeitete er als Kameramann. Beispielsweise auch für den 2005 verstorbenen jüdischen Satiriker Ephraim Kishon. 2001 erschien sein erstes Buch "verdammt sexy - die Mediengestalter in der Krise" mit dem er mit den üblichen Standards der Medienbranche brach und wichtige Fragen stellte. Er beschrieb die Entfremdung und den Verlust von Qualitäts- und Realitätsbewusstsein in der Wirtschaft, durch übermäßigen Konventionalismus und Mainstreamdenken. Speed ging in dieser Zeit durch eine Krise bezüglich der Oberflächlichkeit der Medienwelt. Damals begann seine Suche nach tieferen Grundlagen der Kreativität des Menschen. In dem Buch stellt er dem amerikanischen Medienwissenschaftler Neil Postmann eine Frage: "Herr Postmann, stellen Sie sich einen wirren Traum vor. Wenn ein einzelner Mediengestalter oder Medienkünstler schließlich die Welt als gigantisches Medienprojekt wieder erschaffen würde. Und Sie wären die einzige Person der es möglich wäre diesen Gestalter zu treffen. Und Sie hätten nur eine Frage. Was würden Sie ihn fragen?" Postmann: "Mit welchem Recht und mit welchem Privileg beanspruchen Sie das Recht die Welt zu gestalten?" Speed zog wenig später mit seinen Kindern und seiner damaligen Frau ins Berliner Umland, ins ehemalige Gästehaus des Ober-kommandierenden der russischen Armee in der DDR. In Wünsdorf. Einem Zentrum des kalten Krieges, wo sich auch der Kommunikationsbunker Adolf Hitlers befand. Vor dem Hintergrund der dort zerfallenden Überreste einer vergangenen Diktatur, erforschte er drei Jahre tiefer gehend Fragen zwischen Mensch, Natur, Kosmos, Gesellschaft und Entwicklung. Suchte nach einem positiven Verhältnis zwischen Mensch und System. Untersuchte die Zusammenhänge zwischen Unterdrückung, Freiheit und Individualismus. In seinem zweiten Buch "Gesellschaft ohne Vertrauen", welches dort entstand, befasste er sich mit der Schwierigkeit von Systemen die kraftvollen und einzigartigen Lösungsressourcen des Individuums zu integrieren. Entwickelte neue Theorien (Fixpunkte Theorie), die Unternehmen und Gesellschaften dabei helfen sollten sich dynamischer zu entwickeln und Krisen leichter zu überwinden. Durch die bewusste Nutzung der besonderen Fähigkeiten des Menschen, Neues zu schaffen. Die darin beschriebene "Fixpunkte-Theorie" wurde später zur Grundlage seines "Moderationsstaates" als alternatives Staatsmodell. Eine Regierungsform ohne direkte Macht, die nur noch durch Vorbildwirkung die Projekte des Volkes moderiert. Aus einer Amazon Rezension: "Timothy Speed zeigt in seinem Buch im Wesentlichen die Chancen der jetzigen Krise von Wirtschaft und Gesellschaft auf. Er vermittelt ebenso fundiertes wie originelles Grundwissen über Formbildungsprozesse des Lebendigen, seien es Pflanzen, Menschen oder Gesellschaften. Das ganze Buch ist ein Aufruf zur Hinwendung zu einer natürlichen Ordnung, die sich in allem Leben findet, ein Plädoyer für Authentizität und Wahrhaftigkeit. Dabei entwirft Speed Zukunftsmodelle für eine Gesellschaft, die durch die Befreiung der Schöpferkraft in jedem Einzelnen über sich hinaus wächst und Freude am Wandel erlebt..." Später begegnete Speed dem amerikanischen Politikberater Don Beck, der die Evolutionstheorie "Spiral Dyanamics Integral" aus der Theorie von Clare Graves entwickelt hatte und international Staatschefs beriet. Beck hatte die Arbeit von Clare Graves weitergeführt, der die Evolution der menschlichen Werte erforschte und somit in seiner Theorie eine Art Evolution des kulturellen Innenlebens der  Menschheit beschrieb. Speed gehörte eine Zeit lang Becks deutschem SDI Team um Dorothea Zimmer an. Eine Begegnung die Speed stark beeinflusste. 2006 saß Speed zusammen mit 114 der interessantesten Querdenkern und Aktivisten am größten runden Tisch der Welt. Organisiert und konzipiert vom NGO "Dropping Knowledge". Moderiert vom amerkanischen Schauspieler Willem Dafoe. Am Bebelplatz in Berlin. Dem Ort der Bücherverbrennung durch die Nazis. Weitere Teilnehmer waren der Regisseur Wim Wenders, Bianca Jagger, der Künstler Jonathan Meese oder der Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr.
In der Zeit danach begann Speed neue Projekte und arbeitete einige Zeit als Coach, hatte zwei Jahre eine Praxis für Psychotherapie (nach HPG), um die innere Dynamik des Menschen weiter zu erforschen. Es dauerte nicht lange, bis er auch in diesem Feld neue Konzepte entwarf und umsetzte. 2007 kam er mit dem Managerberater Markus Maderner zusammen und sie entwickelten die Methode "Inner Flow Management". Dazu schrieb er sein drittes Buch, in dem dieses kybernetische und systemische Tool beschrieben wird. Es stellt für Speed die praktische Anwendung seiner Arbeit aus "Gesellschaft ohne Vertrauen" dar. Diese Methode hilft Manager, Social Entrepreneurs und Problemlöser dabei die komplexesten Themen dieser Zeit integral und ganzheitlich zu bewältigen und Systeme generell kreativer und lebendiger aufzubauen. Also Situationen zu lösen, ohne die Vielfalt des Lebendigen und die Ressourcen im Vorfeld zu reduzieren. Die Methode beruht auf der Fixpunkte Theorie sowie einigen anderen Ansätzen, wie beispielsweise Spiral Dynamics Integral von Don Beck. Das folgende Bild zeigt eine Maske, die Teil der Methode ist und verwendet wird um verschiedene Perspektiven in den Arbeitsprozess in Beziehung zu einander zu setzen, so neue Erkenntnisse zu gewinnen. IFM ist sehr komplex und wird im Buch umfangreich dargestellt. 2008 begleitete er künstlerisch den Konflikt zwischen einer Adelsfamilie und einem Dorf in der Südsteiermark. Im selben Jahr entwickelte er ein Grundkonzept für ein Innovationszentrum auf dem höchsten Berg von Sardinien. 2009 war er überwiegend als Sprecher auf Konferenzen tätig. 2010 kam es zu einem weiteren Meilenstein in seiner Arbeit. Nach vielen Jahren der theoretischen Beschäftigung mit Wirtschaft, beschloss er sich aktiv in die Unternehmen einzumischen und eine neue ArbeiterIn vorzuleben, die als ganzer Mensch in den Unternehmen wirkt, diese von Innen, im Sinne des Menschen umbaut. Im Sommer 2010 drohte er damit, vor der Zentrale der Firma Red Bull in Fuschl einen Stier zu töten, um einen offenen Innovationsprozess, mit der Marke, auszulösen. Speed suchte in dieser Zeit nach neuen Wegen, im Umgang mit Innovation, Marke und der Rolle des freien Individuums, bei der Entstehung von  Veränderungsprozessen. Es entstand über drei Jahre hinweg ein intenstiver Prozess mit dem Unternehmen, in dem Speed einen Bruch im Unternehmen provozierte, in der Entscheidung, ob sie als Funktion oder als Menschen auf seine Aktion reagieren würden. Seine Aktion zeigte, dass ein einzelner Mensch einen Konzern beeinflussen und zumindest für einen Moment verändern kann. Dies führte zu grundlegend neuen Fragen, bezüglich der Beziehung zwischen ArbeiterInnen und Unternehmen und dem Bezug zwischen Zivilgesellschaft und den großen Konzernen. Aus der Aktion entstanden später ein Roman, weitere Essays und zahlreiche Kongressbeiträge. 2011 wollte er sich als Künstler den Strukturen radikal entziehen, gab seine Wohnung auf und zog in ein Zelt, um seine Arbeit und die Welt erneut radikal zu überdenken. Er wollte verstehen worauf menschliche Existenz tatsächlich beruht, was der Mensch zum Leben wirklich braucht. Dort schrieb er seinen ersten Roman “Stieren des Weltdesigners”, der auf den wahren Begebenheiten seiner Erlebnisse mit Red Bull und anderen Unternehmen beruht. In den Jahren zwischen 2013 und 2015 lebte er in dem Zelt zwischeneiner Herde wertvoller Alpakas, während das Gelände von freilebenden Wölfen umgeben war. In dieser Situation untersuchte er den Kapitalismus und ein tieferes Verstehen von Verlust. 2013 ging er schließlich an seinem gesellschaftlichen Engagement pleite und geriet mit dem deutschen Staat in einen ernsten Konflikt, weil er seine Position als freischaffender Künstler, wie es der Job eines Künstlers ist, auch gegenüber der Jobagentur weiter beibehielt, und unbequeme Fragen stellte. Schließlich zeigte er die Ministerin Andrea Nahles im Rahmen der umstrittenen Hartz IV Gesetze wegen schwerer Misshandlung von tausenden Menschen an. Daraus entstanden weitere Essays über Arbeit und Ökonomie, in denen er ihr Inkompetenz und Unmenschlichkeit vorwarf. Nach massiver Verfolgung und Demütigung durch die Mitarbeiter der Jobagentur, wurden ihm schließlich vor Weihnachten alle Mittel gestrichen. Er empfand dies als versuchten Mord. Aus diesen Erfahrungen entstand das Buch “Stärke in der Armut”, welches vom Österreichischen Vizepräsidenten des Europaparlaments Othmar Karas, sowie vom bekannten Theologen Eugen Drewermann gelobt wurde. Kurz darauf bewarb Speed sich als Intendant des ZDF, um das ganze System des Arbeitsmarktes in Frage zu stellen. Er bot an den Job des Intendanten für 30.000 Euro Gehalt im Jahr zu übernehmen, im Gegensatz zu den ca. 200.000, welche der aktuelle Intendant erhält. Er wies umfangreich seine Kompetenzen in dem Bereich nach und belegte seine spezielle Eignung für den Job. Obwohl das ZDF feststellte, noch nie einer darart originelle Bewerbung erhalten zu haben, lehnte der Staat  das Angebot ab.  In dem Prozess entlarvte Speed die Absurdität des Arbeitsmarktes und dessen Mythen um Leistung und Freiheit. 2014 erschien der Essay “Stärke in der Armut”, sowie der Roman  “Stieren des Weltdesigners.” 2015 entstanden zahlreiche Essays zu Themenbereichen wie Arbeit und gesellschaftliche Entwicklung. Im Sommer engagierte Speed sich stark im Fall des wegen einer 200% Sanktion verhungernden Menschenrechtsaktivisten Ralph Boes. Dabei geriet die Ministerin Nahles erneut erheblich unter Druck und es kam am 1. Oktober, nach gemeinsamen Initiativen mit AktivstInnen wie Inge Hannemann und Interventionen der Grünen und der Linken zu einer umfangreichen Bundestagsdebatte zu den Sanktionen unter Hartz IV. Zeitgleich entwickelte Speed einen neuen Arbeitsbegriff (working on) und erarbeitete eine neue Wirtschaftstheorie, basierend auf seiner bisherigen Arbeit. Da er zu diesem Zeitpunkt erneut pleite war, kam es wieder zu einer Auseinandersetzung mit der Bundesagentur für Arbeit. Dieses Mal jedoch schaltete sich die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ein und das Jobcenter musste die versuchte Einmischung in seine künstlerische und selbstbestimmte Arbeit zurücknehmen. Diese Situation führte zu einer Kontroverse um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. 2015 erschienen die Essays “Intima” und “Organic Television”. In “Organic Television” entwickelte Speed ein komplett neues Fernsehen, welches auf einem veränderten Umgang mit Information beruhte. In dem Buch konfrontierte er Liz Mohn (RTL/Bertelsmann) mit der Aufforderung das Fernsehen nun endlich im Sinne des Menschen zu verändern. Dies wurde von Mohn jedoch ignoriert. 2016 kam der Fall darum in dem vom Haus Bartleby organisierten Kapitalismustribunal in Wien zu Anklage. Die ARD befasste sich ab diesem Moment ebenfalls mit dem in “Organic Television” entworfenen Lösungen und der grundlegenden Kritik an der Art des Umgangs mit Information und Mensch im Fernsehen. Am Ende verweigerte sich jedoch auch die Vorsitzende der ARD, Frau Prof. Wille der Änderung der Medien, im Sinne des Menschen. 2016 erschien das Buch “Die Physik der Armen. Darin fasste Speed zehn Jahre nach “Gesellschaft ohne Vertrauen” seine Theorie um die innere Dynamik und Ordnung lebendiger Systeme neu zusammen. Er entschlüsselte wesentliche Mechanismen, um den Verlust an Realität in Potitik und Wirtschaft. Er formulierte eine Alternative zur Objektivität und forderte die Begründung der Gesellschaft auf einem offenen Realitätsbegriff, um endlich das Erleben, den Willen und die Selbstbestimmung der Individuuen in die Entscheidungsprozesse tatsächlich zu integrieren und deren Dyanmik tiefergehend zu verstehen. Seine Arbeite ist ein wichtiger Beitrag zum tieferen Begreifen der Ursachen der vielen Krisen unserer Zeit.
Konzepte einer humaneren Welt
timothy speed