Wir leben in einem Jahrhundert, in dem die Methode der Führungseliten sich radikal verändern wird. Was heute wie eine große Chance erscheint, die Weltoffenheit und integrative Kraft eines Barack Obama beispielsweise, die Rückkehr menschlicher Ideale in Wirtschaft und Politik, eine neue spirituelle Aufladung der Populärkultur, auf der Suche nach neuem Sinn und Lebensglück, jenseits des gescheiterten Materialismus, könnte der Welt nach der Wirtschaftskrise schon bald eine Aufbruchsblase bescheren, an deren Ende noch mehr zerstört wird, als durch die Krise selbst. Warum?
Wir stehen am Scheideweg zwischen dem Bewusstwerden dessen was wir lösen können und dem was wir nicht lösen können. Der westlich orienientierte Mensch glaubt grundsätzlich alles lösen zu können. Darum sind ihm die ganzheitlichen Auswirkungen seines Handelns letztlich egal und wenig bewusst. Er verändert immer einfacher, immer glatter, immer intelligenter und wird sich gleichzeitig immer weniger dessen klar, was er dabei verliert, was der Preis seiner Errungenschaften ist.
Es ist der Fluch der sanften Geburt. Wird eine Technologie, eine Errungenschaft, ein neues Paradigma ohne Konflikte und Krisen in eine Gesellschaft integriert, wird sich diese der negativen Auswirkungen des Neuen nicht bewusst. Ohne Klonschaf Dolly und ihre mißgebildeten Brüder und Schwestern, ohne den sauren Regen, ohne zivilisationsbedingten Krebs, ohne Verbrechen und Katastophen würden wir an Lebenstüchtigkeit verlieren und unser langsames Aussterben nicht einmal bemerken. Die Krisen würden zwischen den Entwicklungsstufen verschwinden. Wir würden leben, als säßen wir neben einem Brunnen der Glückseeligkeit. Wohl genehrt, im totalen Überfluß, wären wir doch dem Untergang geweiht. Nicht mehr in der Lage auf neue Lebenssituationen flexibel zu reagieren. Es ist darum der fatale Fehler der Politik die Gesellschaft heute von der Krise verschonen zu wollen, statt ein gesundes Maß des Scheiterns zuzulassen. Die Gesellschaft muss lernen mit der Krise umzugehen. Bewusst etwas Neues, mit eigenen Händen daraus aufzubauen. Jeder Einzelne. Die Weltpolitik hat nicht das Recht einem Bewusstseinsprozess vorzugreifen. Besonders die Amerikaner unter der Führung von Barack Obama drängen Europa zu gigantischen Konjunkturprogrammen, mit denen das Krisengefühl zu einem gigantischen Preis gemildert werden soll.
Der Westen darf diese Krise aber nicht im Vorbeigehen meistern, wenn Schlimmeres verhindert und ein nachhaltiger Wandel entstehen soll. Sonst wird dies direkte Auswirkungen auf die neuen Paradigmen des 21. Jahrhunderts haben. Obama darf keinen zu raschen Erfolg haben. Ein Paradox, dass man erst auf den zweiten Blick versteht.
Ich möchte Ihnen einen kurzen Einblick in das mögliche Szenario geben.
Menschen leben heute überwiegend einen liberalen und der Situation angebrachten Pragmatismus, der sowohl menschliche und ökologische Werte und Ethik wie auch kapitalistisch geprägte Werte einer Wohlstandsgesellschaft kreativ integriert. Für Afrika zu spenden, sich gleichzeitig einen neuen Fernseher zu kaufen, den man nicht braucht, der aber irgendwie schön ist, um sekunden Später zwischen Energiesparlampe und konventioneller Glühbirne zu hadern, gehört zum modernen Wohlbefinden. Die neuen Werte kurbeln zunehmend mehr die Wirtschaft an, lösen Fortschrittsmotoren wie die Technologie ab. Man ist dem Anderen gegenüber offen und glaubt alle Konflikte durch Diskussion, den Glauben an die Bewusstseinsüberlegenheit des aufgeklärten und spirituell neu integrierten Menschen lösen zu können. Der Materialismus wird von einer neuen, heute häufig als "integrale Bewegung" bezeichneten Werteveränderung in unserer Kultur geprägt, die den Kapitalismus ohne Zweifel verändern wird. Wie dies geschieht, hängt wesentlich davon ab, wie wir mit dieser Krise umgehen.
Probleme zu lösen ist heute leider mehr eine Freizeitbeschäftigung. Ein Spiel mit den Machbarkeiten. Eben diese Haltung führte letztlich zur Wirtschaftskrise. Die Manager des Systems verloren sich in dem Spiel mit der Allmacht. Die Vorstellung einer großen Krise, eines nicht beherrschbaren Problems existiert in einer Generation nicht mehr, die keinen Krieg, oder Hungersnot im eigenen Land erlebt hat. >>
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