Was bedeutet "Obamaritis" für den Leadershipstil in globalen agierenden Unternehmen?

Der Führungsstil von Obama ist bereits als der neue Führungsstil von vielen wachen Geistern beschrieben worden, lange bevor jemand den Präsidenten der USA kannte. Der Politikberater und Begründer des Entwicklungsmodells "Spiral Dynamics Integral" Don E. Beck beschreibt diesen beispielsweise seit Jahrzehnten als "Green und als Yellow Meme", als neue postmaterialistsche Führung durch neue Werte, in denen kulturelle, ethische, religiöse, materielle, ökologische und ökonomische Perspektiven neu integriert werden. Pragmatisch und ideologisch, materialistisch und zugleich spirituell aufgeladen. Charismatisch und doch ohne Dogma.

Radikal wo Radikalität erforderlich ist, weich wo es um soziale Fragen geht und liberal wo wirtschaftliche Schranken aufgebrochen werden müssen. Natürlich hat auch dieses Leadershipmodell seine Schatten. Dieser neue Leader ist ein von Lagerdenken befreiter und liberaler Egoist, der die Welt stets durch andere Perspektiven zum Besseren transformieren möchte, aber dieses Ziel nicht selten dadurch erreicht, dass er die Gruppe mit Hilfe ihrer eigenen Werte manipuliert. Ihr schmeichelt, dem Klüngel der Gutmenschen, der westlichen Kultureliten, zu denen ein jeder gehören möchte, kaum jemand widersprechen kann. Eitel und Werteorientiert, Karrierebewusst und zur gleichen Zeit für das Gemeinwohl arbeitend. Technologisch auf der Höhe der Zeit und doch kein Fachtrottel, sondern ein Mensch zum Anfassen.

Gerade diese scheinbare Widersprüchlichkeit dieser neuen Führungspersönlichkeiten macht ihren Erfolg aus. Sie sind in der Lage die komplexen Gleichgewichte dieser Zeit zu integrieren und somit ausgleichend zu wirken. Im Grunde spiegeln sie nur die Vielfalt menschlicher Reaktionen auf Probleme und Chancen. Ungewohnt erscheinen sie aber vor dem Hintergrund der geistigen Käfighaltung unserer Führungskräfte in Politik und Wirtschaft.

Tatsächlich aber spiegeln sie die Realität der Menschen in multikulturellen und in sich zersplitterten Gemeinschaften und Gesellschaften in denen die Biografien wenig linear und die Menschen es gewohnt sind Systeme für sich zu adaptieren, statt vom System normiert zu werden.

Diese Lebenswirklichkeit beherbergt neue Märkte, neue Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Da ist es nur natürlich, dass unsere Leadershipstrukturen mit der Zeit gehen und sich diesen Veränderungen anpassen.

Welche Veränderungen werden wir künftig im Bereich Leadership sehen? Nun, der Manager wird mehr mit dem Team arbeiten, mehr durch die Gruppe argumentieren und an Lösungen herangehen. Hierarchien werden weiter nachlassen, aber im Gegensatz zu klassischen Netzwerken, werden die sozialen Abhängigkeiten zunehmen. Wo auf das Äußere kein Verlass mehr ist, zählen wieder innere Werte. Wir werden fast schon sozialistisch wirkende Rituale sehen. Wie eine Zunahme an inszenierter Auszeichnungskultur für Mitarbeiter. Wertschätzung wird zunächst eher ritualisiert daher kommen, später zu einer natürlicheren Form des kreativen Miteinanders werden.
Grundsatzdiskussionen werden am Anfang die Pragmatiker lahm legen, aber dort wo mehr intelligenz herrscht zu nachhaltigeren Veränderungen führen. Allgemein werden Manager wie ihre Mitarbeiter wieder mehr selbst entscheiden und bestimmen können. Verlässlichkeit, Regeln, Verbindlichkeiten werden mehr auf sozialer Ehrlichkeit und direkten Abmachungen und weniger auf juristischen, strukturellen Formalismen beruhen. Gemeinschaftssinn wird ähnlich wie nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Blüte in Unternehmen erfahren. Allerdings ergänzt durch eine neue und technologisch gestützte Form des Pragmatismus und Lösungsoptimismus.

Dies sind nur einige Faktoren. Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie dieses Buch von mir.

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