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ADRESSE Berlin / Wien Atelier Timothy Speed Straße zur Eiche 10 04916 Schönewalde
FORDERUNGEN UND THESEN
Was sind die Zuspitzungen notweniger Veränderung FORTSCHRITT UND MENSCH Wie kann die Gesellschaft eine freie, eine von Menschen bewusst gestaltete Welt bleiben, angesichts dominanter technischer Infrastruktur, Überforderung des Menschen und der politischen, ökologischen und ökonomischen Systeme? Durch eine “system-kreative” Gesellschaftshaltung, die eine Gesellschaft in ewiger Beziehungsarbeit und Neuintegration hält.  Eben dafür entwickle ich neue Formen des Gesellschaftsdesigns und ökonomischer Prinzipien. VERÄNDERTE WISSENSCHAFTSPARADIGMEN Die Vorstellungen von Objektivität und Subjektivität, von einem Universum, welches auf einer Realität begründet ist, die abschließend geklärt werden kann, ist überholt und hat zu einer Verengung der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungsmöglichkeiten geführt.  Wissen hat eine kreative Dimension, die wichtig ist und traditionell gegenüber dem Sachlichen abgewertet wurde. Darum ist eine andere Schule des radikalen, humanen, sozialen, innovativen Denkens erforderlich, welche sich für das abweichende Realitätserleben der Menschen interessiert, statt für die Normierung der Realität. Denn die Frage lautet, in welcher Realität sich menschlicher leben lässt. In einer die fest definiert ist, oder in einer die nur eine von vielen ist, ihre Relevanz und Konkretion aus dem Erleben bezieht und nicht aus externer Auf- oder Abwertung.  Dadurch entstehen auch neue Strukturen, Bedürfnisse und letztlich Märkte. GESTALTUNGSKRAFT STATT WIRTSCHAFTSWACHSTUM Meine Forschung hat gezeigt, dass Wirtschaftswachstum relativ und nahezu beliebig erzeugt werden kann. Es ist eine Entscheidung zur Aufwertung. Diese Entscheidung sollte heute demokratisiert werden. In welchem Bereich wollen wir wachsen? Dies geschieht aber nicht, weil der vermeintliche “Fortschritt”, über den Mythos des Wachstums, als einzig möglicher Fortschritt verkauft wird. Was man als Zukunftsbranchen behauptet, sind nur Wunschwelten dominanter Industrien. Die Folgen auf ökologischer oder sozialer Ebene bleiben ausgeblendet. Dabei ist das Interesse an dieser “Monotonie der Zukunft”, welche Marktmacht für wenige ermöglicht, eine dümmliche Kurzsichtigkeit, da dies auch in den verengten Bereichen, die durch die Fokusierung in den Wachstum gedrückt werden, zu langfristiger Innovationsermüdung führt. ARMUTSFORSCHUNG Armut ist eine strukturelle Form der Enteignung, die im Wesen des Kapitalismus, aber auch des Sozialismus liegt und sehr vielschichtige Formen zeigt, die dann erst zu den Symptomen des “arm seins” führen. Die Armut ist zunächst eine willkürlich gezogene Linie, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Sie hat im Kern weder etwas mit Bildung, noch mit Fleiß, noch mit Bemühen zu tun. Dies sind nur Symptome in einem System, welches Verlierer braucht um Gewinner produzieren zu können, von deren Verhalten dann Machtanspruch abgeleitet wird. Die Armut wird überwiegend falsch und ideologisch verstanden. Sie dient der Legitimiation der Entrechtung und führt zu allgemeiner Verarmung in den Strukturen und auf allen Ebenen, von der Ökologie bis zur Kultur. Darum ist die radikale Selbstaufwertung der Armen, ein erster Schritt. Die Vorstellung der Wettbewerb heile die Armut, ist überholt. Der “freie Markt” führt eben nicht zu mehr Vielfalt, sondern stets zu neuen Formen der Angleichung und Verflachung, da die Submergenz am Ende dominiert, das Erfolgsstreben also zur Verflachung der Lebens- und der Entfaltungs- möglichkeiten führt. Also zu noch mehr Armut und Alternativlosigkeit. Hayek und Friedman, ja selbst Schumpeter haben sich geirrt. Weder ist die kreative Zerstörung immer ein Garant für dynamisches Wachstum, noch ist der freie Markt die freie Entscheidung zur Vielfalt, sondern in der Regel nur zum Opportunismus. Das führt zu immer neuen Formen der Armut. Hier wird angesetzt, um neue Antworten zu erarbeiten. ARBEITSBEGRIFF Der klassische Arbeitsbegriff ist tot. Die künstliche Intelligenz hat diesen endgültig gekillt. Wenn die Maschine ohne Schuldkontext, ohne Fleiß im objekt- bezogenen Produktiven, mehr leisten kann als ich, wird die Verurteilung von “Arbeits- verweigerung” oder Arbeitslosigkeit, im Namen des “Guten” absurd. Die Erziehung zur ArbeiterIn zu einem sinnlosen Ritual. Die Maschine, die stillsteht, ist keine böse Maschine. Warum dann der arbeitslose Mensch? Selbst die Maschine, wie KI zeigt, hat sich längst andere Motive für die Gestaltung von Welt und Realität gesucht. Nämlich das tiefere Verstehen, die Selbstentfaltung. Es ist Zeit den Arbeitsbegriff wieder mit dem Sinn des Lebens zu verbinden, weil das ökonomisch sinnvoll ist, weil es hier um ein intelligentes Ökosystem geht. Darum erforsche ich Strukturen in kreativen Systemen, um darauf eine neues ökonomisches Verstehen zu begründen, statt nur ein Gegenmodell zum Kapitalismus zu entwerfen, welches wiederum im üblichen Denken verhaftet bleibt. Es gilt Begriffe zu klären und neu zu verstehen was Arbeit eigentlich ist, was es psychisch, geistig, ökologisch bedeuten kann. Darum versuche ich an allem zu arbeiten, radikal, auch wenn ich dafür nicht bezahlt werde. Erst durch diesen Akt der Verantwortung für die Arbeit an allem, entschlüsselt sich der tiefere Sinn von Arbeit und zugleich befreit dies von den Mythen der gehorsamen Funktion, die historisch meist dazu diente den Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse zu verschleiern. Man gibt den Leuten Jobs, damit sie nicht an sich und der Welt arbeiten. Darin liegt das Kernproblem und die Ursache viele Krisen in unserer Gesellschaft. EUROPA Man kann zynisch sagen, dass Europa bisher ein Projekt war, um den Nationalismus der kleinen Staaten durch den Nationalismus des Großen zu ersetzen. Dieser Nationalismus des Großen fiel jedoch weniger auf, weil man dafür andere Worte hatte. Gemeinschaft, Solidarität, Nachhaltigkeit. Der versteckte Nationalismus Europas hat im Schatten zu jenen neurechten Bewegungen geführt, die eben dieses “Unausgesprochene” als Gegenbewegung ausleben. Tatsächlich haben die Herrschaftsstrukturen kein authentisches Konzept von vielfältiger Beteiligung, gar offener Kultur. Seit Jahren wird diese Kultur gefordert. Sie kann nicht verordnet werden. Europa steckt darum in einem Dillemma. Man will dominant werden und braucht gleichzeitig Offenheit und Zurückhaltung, um überhaupt eine reale, demokratische Gemeinschaft zu sein. Die Herausforderung besteht darin, in einer Welt, die zunehmend von Tyrannen und Egomanen diktiert wird, Einfluss zu nehmen, ohne selbst in alte Muster zu fallen. Das Neue aber kann nur als offener Prozess passieren und das Know-how wie man diesen moderiert fehlt der politischen Elite Europas weitgehend, da ihr Personal aus den alten Strukturen kommt. Lernt Europa hier nicht eine andere Kultur zu leben, selbst im Risiko, dabei an Macht in der Welt zu verlieren, ist sie bereits verloren. Die Stärke des Kontinents bestand immer darin eine einzigartige und zugleich vielfältige Kultur zu leben, lebendig werden zu lassen. Das ist ihre Anziehungskraft, die sie heute in Bürokratie und Standardisierung verloren hat.
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ADRESSE Atelier Timothy Speed ℅ Osteroth Lindenstrasse 113 10969 Berlin
Der 1973 geborene britisch-österreichische Künstler, Publizist und Schriftsteller Timothy Speed beschäftigt sich in seinen Essays, Performances, sozialen Projekten und literarischen Arbeiten mit der Rolle von selbst- bestimmten, unangepassten und kreativen Menschen in wirtschaftlichen und staatlichen Strukturen. Dabei entschlüsselt er gesellschaftliche Codes. In seiner Kapitalismuskritik werden die Grundlagen einer kreativeren und humaneren Gesellschaft erforscht. Er setzt sich mit Veränderungs- und Entwicklungsprozessen auseinander, löst diese mit ungewöhnlichen Ansätzen selbst aus, oder begleitet sie. Gerade in Zeiten, in denen Individ-ualismus von Angst verdrängt wird und ein übertriebenes Sicherheits-bedürfnis die kreativen Potenziale und notwendigen, krisenhaften Bewusst- werdungsprozesse verhindert, bekommt seine Arbeit hohe Relevanz und Bedeutung. Viele Jahre hat er die inneren Mechanismen von kreativen und freien Gesellschaftsordnungen untersucht und entwickelte 2003 in dem Buch »Gesellschaft ohne Vertrauen« eine eigene Theorie dazu, wie die Teilhabe vielfältiger, kritischer, unangepasster Menschen in einem System gefördert werden kann und weshalb dies für die Realitätskompetenz und Entwicklungsfähigkeit einer Gesellschaft entscheidend ist. Später entwickelte er in “Die Physik der Armen” ein komplett neuartiges Verständnis von lebendigen Systemen in Politik und Wirtschaft. Er zählt zu den Pionieren im Bereich der »systemkreativen« Gesellschaftsgestaltung und eines authentischen »Diversity-Managements«. In seinen Ansätzen wird die Gesellschaft nicht mehr aus von Eliten gesteuerten, halb bewussten, politischen Ritualen gestaltet, sondern in individuellen Prozessen ergründet und umfangreich diskutiert. Die Bedeutung kreativer und systemischer Intelligenz wird erlebbar. Dafür braucht es laut Speed IndividualistInnen und Menschen, die sich subjektiven und inneren Impulsen hingeben, welche die Strukturen auf der Werte-, Wissens- oder Identitätsebene, durch neue Perspektiven oder Irritation ausreichend destabilisieren, um Entwicklung und echte, demokratische Prozesse zu fördern. Darum spricht er von einem Recht auf Krise und fordert ein positives Verständnis von abweichendem Verhalten, um komplexere Ordnungen entstehen zu lassen. Wirtschaftswachstum tauscht er gegen Gestaltungskraft, weil die Frage, was Menschen individuell im Leben gestalten können, mehr über den realen Wohlstand in einer Gesellschaft aussagt und negative Erfahrungen nicht entwertet, sondern integriert. Bereits im Jahr 2000 analysierte er in »Verdammt Sexy« die Probleme für Wirtschaft und Gesellschaft, die aus zu viel Konformismus und Zwang zum Harmlosen und Glücklichen resultieren. Mit dem Medienforscher Neil Postman diskutierte er die Frage, mit welchem Recht die Medienmacher die Realität gestalteten. Schon hier zeigte sich seine Suche nach der authentischen Gestaltung einer Gesellschaft und nach neuen Strukturen, welche diese begünstigten. Später entwickelte er mit dem Managerberater Markus Maderner eine der ersten Managementmethoden, welche bewusst die Komplexität nicht reduziert, um das Management scheinbar zu erleichtern, sondern die Vielfalt sucht und integriert, also lernt, damit zu arbeiten. Dadurch kann näher an der Realität, näher am Menschen gestaltet werden und automatisierte Strukturen, die zu gigantischen Nebeneffekten, wie Umweltzerstörungen, Ignoranz oder sozialen Problemen führen, werden durch die in dem Buch »Inner Flow Management« entwickelten Haltungen von einer bewussteren Form der Unternehmensführung abelöst. Speed zeigt auch auf, wie erst durch das  Amateurhafte, Persönliche, Angreifbare und Subjektive echte Innovations- und Entwicklungsfähigkeit möglich wird, da die überprofessionalisierte Wirtschaft sich in ihrem Zwang zur Simplifizierung und zum normierten Verhalten selbst von der Quelle neuer und un- mittelbar realistischer Einsichten abschneidet. Für Bewegung notwendige Entwicklungsenergie geht in zu viel Ordnung verloren. Aus diesen Überlegungen heraus versuchte Speed 2010 selbstbeauftragt, als Künstler das Unternehmen Red Bull umzugestalten. Er drohte vor der Zentrale in Fuschl einen Stier zu töten, um einen subjektiven Prozess auszulösen, in dem die Beziehung zwischen Unternehmen und Mensch neu verhandelt werden sollte. Er wollte sehen was passiert, wenn ein Individuum sich mit allen Aspekten der eigenen Persönlichkeit in die Wirtschaft einbringt, diese komplizierter, komplexer, vielfältiger macht und sich zugleich im Dienst der Innovations- und Realitätskompetenz weigert, ein geschmeidiges, ein einordenbares Produkt zu werden. Weil er in der subjektiven Differenz, im Nicht- oder Missverstehen, im unangepassten Verhalten, die Chance der Erweiterung der Existenz und der Lebens-wirklichkeiten sieht. Darin entwickelte er ein neues Verständnis von Markt und Ökonomie. Zitat Speed: »Für eine Woche waren die Leute bei Red Bull gespalten. Sie wussten nicht, ob sie als Mensch oder als Funktion auf mein Handeln reagieren sollten. Ich hatte das Gefühl, dass der Mensch in ihnen mit mir den Stier töten wollte, während der Anwalt, der Milliardär, der Manager, der aus ihnen sprach, dies um jeden Preis verhindern musste. In dieser Woche gehörte das Unternehmen allein dem an der Welt zweifelnden Menschen. Der Gewissheit, dass jeder von uns einen Konzern bezwingen, gestalten und verändern kann.« In einer Welt, in der sich Firmen durch einseitige Kommunikation in der Werbung und hierarchischen Machtstrukturen dem Bewusstwerden jener Verstrickungen, jener verborgenen Zusammenhänge, jener Auswirkungen verweigern, an denen immer mehr Menschen leiden, kann Arbeit, Staat und Gesellschaft vom Persönlichen nicht mehr getrennt werden, ist alles mit allem in Beziehung. Hier lebt Speed eine Form radikaler Beziehungsfähigkeit
mit der Gesellschaft und den Unternehmen und stellt sich den sensiblen Wahrnehmungen, dem persönlichen Schmerz. Dies betrachtet er auch als Grundlage der Entwicklung eines anderen, wesentlich kreativieren, humaneren Marktes. Dabei entstehen neue Lebensräume aus subjektiver Kommunikation in Welten kommerzieller Gleichschaltung. Für ihn ist dies die Grundlage innovativer Wertschöpfung, Authentizität und Menschlichkeit. Somit wird durch die eigene Sperrigkeit mehr Entwicklungspotenzial in der Wirtschaft vorgelebt und dient so als Grundlage neuer Märkte. Speed forderte den Konzern heraus, sich durch den Menschen hindurch komplexeren und freieren Ordnungen, Weltbildern, Möglichkeiten zu stellen. Um seine Arbeit an Red Bull zu vertiefen, auf der Suche nach einer neuen Haltung zur Wirtschaft, zog er für drei Jahre in ein Zelt und schrieb den Roman »Stieren des Weltdesigners», in dem eine Gruppe von Individualisten in einem Bus zu Red Bull fahren, um selbst zur Krise zu werden. Damit sie wieder selbstbestimmt ihr Leben gestalten können, sich durch sie hindurch eine komplexere, vielfältigere Ordnung ausdrücken kann, in der auch Probleme sichtbar und Beziehungen gestaltbar werden. Sie eben nicht in Kommerzwelten ihre Integrität verlieren und von einer vermeintlichen Krise vor sich her getrieben werden. Speed lebte mit einer wertvollen Herde Alpakas zwischen frei lebenden Wölfen und erforschte dabei den Kapitalismus neu und die Bedeutung von Verlust. Timothy Speed entspricht in seiner Arbeit nicht traditionellen Vorstellungen von Literatur oder Kunst. Er bricht aus den klassischen Grenzen der Kunst aus, macht sich angreifbar, um den Blick für das Neue und Unmittelbare zu schärfen. Da Speed mit seiner eigenen Existenz versuchte, eine neue ArbeiterIn vorzuleben, die sich der Simplifizierung und Effizienzsteigerung verweigert, um die Zerstörung der Vielfalt zu stoppen, war es nur logisch, dass er dabei, in einer auf Effizienz ausgerichteten Wirtschaft pleite ging und somit auch für den Staat zu positivem Sand im Getriebe wurde. Vom Arbeitsamt schikaniert und völlig verarmt, schrieb er den Essay »Stärke in der Armut«, in dem er die zweifelhaften Hartz IV Gesetze im Namen der Kunstfreiheit aushebelte und seinen fehlenden Gehorsam zu einem Wirtschaftsförderungsprogramm erklärte. Damit brachte er die amtierende  Ministerin Andrea Nahles in Bedrängnis und gab den Armen eine Wirtschaftskompetenz zurück, die ihnen strukturell in der Armut genommen wird. Durch die Arbeit von Timothy Speed wird ein veränderter Verantwortungsbegriff definiert. Das Individuum steht nicht mehr nur in Verantwortung gegenüber den unmittelbaren Pflichten des Alltags, sondern muss auch die Welt, das Innen und das Außen, das Persönliche und das Allgemeingültige integrieren und in ein dynamisches Gleichgewicht bringen. Verantwortung wird somit erst über die Aufforderung zur unmittelbaren Beziehungsarbeit konkret, was Formen von »Scheinverantwortung«, wie der Gehorsam gegenüber unreflektierten Regeln oder Autoritäten aushebelt. Speed lebt vor, wie radikal das in der Praxis ist. Sowohl Institutionen, Unternehmen, aber auch der Staat wird bei der authentischen Verantwortung gepackt. Das Individuum kann die Struktur im Sinne von Menschlichkeit und Innovationsfähigkeit aufbrechen. In dem Versuch Verantwortung zu übernehmen, geriet Speed darum ständig in Konflikt mit Institutionen und Systemen. Im September 2014 wurde der Roman »Stieren des Weltdesigners« vom Markt genommen. Der Verlag fürchtete die Klage eines Konzerns. Der Autor sollte sich dem Diktat der Wirtschaft fügen. Während dieser Tage der Zensur schrieb Speed den Essay »Intima«, indem er sich mit den unbewussten Kräften des Marktes und der Verweigerung von Beziehung befasste. Er versuchte über seine Theorie der Sphären eine Sprache zu entwickeln, die ausdrückt weshalb Menschen in Zeiten großer Veränderungsnotwendigkeit, angesichts der ökologischen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen Krisen, in Schwäche und Passivität erstarren und dabei jede Irritation, alles Neue und Fremde meiden, somit durch ihre Anpassung an den Markt Entwicklung blockieren. Damit zeigte er einen zentralen Betriebsfehler des Kapitalismus auf, der die Lähmung der kreativen Kräfte einer Kultur bewirkt, sowie Realitäts-kompetenz reduziert, der Kapitalismus darum am Ende immer zur schwachen Planwirtschaft der großen Strukturen führt und freie Eigeninitiative abbaut. Er entschlüsselt die durch Kapitalismus und Rationalismus entstehende Trägheit der Massen. Wie die im Markt verordnete, systematische Verhinderung des Authentischen, des freien Ausgleichs und der unmittelbaren, funktionslosen Begegnung zwischen Menschen. Was auch moralische Erosion bedeutet. Die Abspaltung vom unmittelbaren Geschehen, um Produkthaft zu bleiben, weil sich scheinbar nur davon der eigene Wert ableiten lässt. Er antwortet darauf mit einer neuen Physik des Individualismus, einem vom Bürgertum ausgehenden, neuen Gesellschaftsdesign, als Disziplin für jeden Menschen.  Die NGO »Dropping Knowledge« lud Speed 2006, gemeinsam mit bedeutenden Intellektuellen und Künstlern wie Wim Wenders, Hans-Peter Dürr, Jonathan Meese, Masuma Bibi Russel oder Bianca Jagger, an den größten runden Tisch der Welt ein, um die 100 bedeutendsten Fragen der Menschheit zu beantworten. Eine Zeit arbeitete er für die Organisation des amerikanischen Präsidentenberaters Don Edward Beck. Als Speaker spricht er vor Top-Managern, hält Workshops, begleitet Prozesse, provoziert und regt zum Nachdenken an.

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ESSAY, ROMAN, NEUE KONZEPTE
Verdammt Sexy - Die Mediengestalter in der Krise von Timothy Speed Timothy Speed Verdammt Sexy - Die Mediengestalter in der Krise von Timothy Speed
Konzepte einer humaneren Welt
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